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Jenseits der bekannten Aufführungspraxis  der „Carmina Burana“ knüpft diese besondere szenische Interpretation stark an Carl Orffs musikalische und geistige Auseinandersetzung an. Inspiriert von prägnanten Kompositionsprinzipien stellt die neue Lesart einzelne Motive des Werks in den Vordergrund, bearbeitet sie spielerisch und erweitert sie phantasievoll zu Szenen, in denen die Verbindung von Tanz und Musik auf besondere Weise erlebbar wird:  Die Klänge des reichhaltigen Schlaginstrumentariums und der Sprachrhythmus der lateinischen Texte wirken als Impulse für die Tänzerinnen und lösen die Bewegungen aus. Der Rhythmus verdichtet sich mit den Tanzenden zum gemeinsamen Pulsieren und löst sich dann wieder in eine feingliedrige Körper-und Klangwelt auf.

 

Das choreografische Konzept steht im Kontext zur Entstehungszeit der Liedtexte aus dem 11./12. Jahrhundert und zieht daraus Figuren, Konstellationen,  Situationen und Tanzformen. Das „Rad der Fortuna“ bildet das übergreifende Thema: Werden und Vergehen, Aufstieg und Fall, das Auf und Ab des menschlichen Schicksals.

 

Carl Orff hat den „Carmina Burana“ zwei weitere Werke zugeordnet. Das szenische Tanzspiel "Catulli Carmina" und "Trionfi" als Abschluss des Zyklus. Selten in dieser Abfolge gemeinsam aufgeführt stellt “Amor et cetera” nach der fragmentarischen Durchleuchtung der “Carmina Burana” eine szenische Interpretation der "Catulli Carmina" vor. Den TänzerInnen steht der Salzburger KammerChor KlangsCcala zur Seite.

 

Klang und Rhythmus in Carl Orffs Komposition katapultieren uns in verschiedene Gefühlssphären, ekstatischer Überschwang höchster Lebensfreude bis hin zu melancholischen Selbstzweifeln:  Auch die „Catulli Carmina“ drängen zu Tanz und Bewegung!

 

 

Im Stück steht die Liebesleidenschaft junger Leute den Warnungen der Alten vor Enttäuschung gegenüber. Mittendrin die Figur des Catull. An seinem Beispiel  werden die Höhen und Tiefen der Liebesraserei ausgelotet.

 

 

In der neuen choreografische Arbeit von Irina Pauls geht es um Körper, die die Erfahrung der körperlichen Liebe einfordern und davon durchdrungen und ergriffen sind.

 

Ein Wechselspiel von Verinnerlichung einerseits und dem dynamischen kraftvollen  Zusammenwirken von Körper, Klang und Rhythmus andererseits öffnet das weite Spektrum menschlicher Emotionen.

 

So findet es sich auch in der kompositorischen  Anlage der „Carmina Burana“ und  den „Catulli Carmina“ von Carl Orff. Ihre Akzente bezieht sie aus gegensätzlichen Polen in der musikalischen Gestaltungsweise.

 

Irina Pauls

 

 

 

 


 

Mit freundlicher Genehmigung der Universal Edition AG Wien, in Vertretung von Schott Music Mainz und Unterstützung der Carl Orff-Stiftung.